Nicht nur die Blaulichtfamilie hilft an der Ahr. Viele Menschen aus Cochem-Zell wollen anpacken und den Menschen im Ahrtal helfen. So zum Beispiel Freunde und Bekannte von Rabea Bretz. Die junge Frau stammt aus Landkern und wohnt seit fünf Jahren in Freisheim, wenige Kilometer von Altenahr entfernt. Am Abend des Unwetters machen sie und ihr Lebensgefährte sich mit Sandsäcken und Pumpen auf den Weg ins Tal, um Freunden zu helfen. „Eine hirnrissige Idee“, sagt Rabea Bretz rückblickend, man habe sich damit in Gefahr gebracht. Doch der Wille zu helfen bleibt ungebrochen. „Wir haben so viele Menschen wie möglich zu uns nach Hause gebracht“, sagt Bretz. An den folgenden Tagen fahren die Helfer nach Altenburg, „retten, was zu retten ist“. Bis Montag sei man in dem Gebiet ganz alleine gewesen, nach und nach rücken Unternehmer an – dann erreicht professionelles Gerät des THW den Einsatzort. Ein junger Mann bricht am Freitag mit seinem Trecker aus Düren auf und hilft bei der Beseitigung von Schutt. Derweil entsteht auf dem Grundstück in Freisheim eine Feldküche, Equipment für die Einsätze stapelt sich. Mit Freunden und ihrer Schwester Rebecca Bretz aus Landkern gehen sie von Haus zu Haus, fragen, ob Hilfe gebraucht wird. Sie schippen Schlamm, räumen Häuser leer. „Wir brauchen den Einsatz von privaten Helfern, damit wir weiterkommen“, betont Rabea Bretz und verweist auf das Christliche diakonische Hilfswerk Stephanus, das mit 300 Leuten in Altenahr „Unfassbares leistet“, die abends in Ulmen untergebracht sind. Rabea Bretz koordiniert ihre Arbeit mittlerweile mit einer Gruppe namens „Krälingen hilft“, organisiert von der Eventmanagerin Missy Motown. Ich schicke die Leute jetzt dorthin, „es gibt ein Shuttle, alles ist super koordiniert“, sagt die Landkernerin.
Was aus Sicht von Rabea Bretz momentan fehlt, sind feste Ansprechpartner, um sich mit THW und Feuerwehr besser koordinieren zu können. Diese wechseln zu häufig, zudem gebe es immer noch Dörfer, wo bisher niemand war, sagt Bretz. Und der Einsatz schlaucht.