Denise Drändle ist amtierende Vizeweltmeisterin der Friseure. Bei der WM muss sie dieses Frisurenkunstwerk in 20 Minuten gestalten. Foto: dpa
Von Sabine Ränsch (dpa)
Was aber mehr als 1000 Haarkünstler aus 50 Ländern bei der Weltmeisterschaft der Friseure in Frankfurt zaubern werden, hat damit nichts zu tun. Rotblonde Strähnen, zu einer Muschel gedreht, raffinierte Locken oder bunte, federähnliche Gebilde – das ist Kunst. Erstmals tragen die Friseure ihre Weltmeisterschaft in Deutschland aus, auf der internationalen Messe „Hairworld/Hair and Beauty“. Diesen Samstag geht es los, am Montag stehen die Sieger fest.
Mal eben schnell Haare waschen und föhnen, damit ist es natürlich nicht getan. Und einfach zu handhaben, wie die Frisuren für den Normalbürger, sind die abenteuerlichen Kreationen der Meister auch nicht. Küveler sagt: „Hier muss jedes einzelne Haar mit Vornamen gekannt werden.“ Die Kreationen sind ihm zufolge nicht für die Straße gedacht. Vielmehr zeigt das Handwerk, was mit Farbe und Technik möglich ist. „Die Weltmeisterschaft ist die Formel 1 des Handwerks.“
Bloß keinen Wind machen
Denise Drändle (25) aus Todtnau im Schwarzwald, amtierende Vizeweltmeisterin im Damenfach, hat eineinhalb Jahre am Entwurf für ihr „Hair by night“ in der Technikkategorie gearbeitet. Frisieren muss sie ihn im Wettbewerb in 20 Minuten. Die nassen Haare auf dem Übungskopf sind dann schon in mehreren hellen Tönen eingefärbt. Die fächerartige Form wird mit viel Haarspray stabil gehalten – aber einen kräftigen Windstoß würde das Gebilde sicher nicht aushalten.
Drändle weiß, dass die Wettbewerbsentwürfe für den Alltag nicht taugen: „Das ist eigentlich eher Kunst.“ Für sie ist die Teilnahme an der WM ein großer Spaß, die Gelegenheit zu lernen, aber auch die Möglichkeit, ihre Arbeit besser zu vermarkten.