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SSV Ulm - Hamburger SV 1:2 (0:0)

Yeboah beendet lange Durststrecke

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Yeboah: " Immer probiert"

Ulm - Für den Hamburger SV war es der Siegtreffer in letzter Sekunde, für den Torschützen Anthony Yeboah das Ende einer langen Durststrecke.

Seit dem 29. Mai, als er beim Saisonfinale bei Hertha BSC getroffen hatte, hatte der HSV in der Fußball-Bundesliga auf ein Erfolgserlebnis seines ghanaischen Torjägers gewartet, 667 lange Minuten oder mehr als elf Stunden. Jetzt sicherte Yeboah den Hanseaten den 2:1 (0:0)-Sieg bei Aufsteiger SSV Ulm und damit drei wichtige Punkte im Kampf um eine Spitzenposition.

"Tony hat sich selbst belohnt.

"Das war ein ganz besonderes Tor für mich. Der Trainer hat mir immer das Vertrauen geschenkt und zu mir gehalten. Ich habe immer das Gefühl, dass ich ein Tor machen kann - das weiss ich", sagte der gutgelaunte Yeboah. Das Lob von Trainer Frank Pagelsdorf folgte prompt. "Tony hat sich heute selbst belohnt. Er hat es immer wieder probiert, als Spieler darf man einfach nie aufgeben. Ich war immer von ihm überzeugt", meinte der HSV-Coach.

"Haben 75 Minuten geschlafen"

In der vorigen Saison hatte Yeboah mit 138 Torschüssen einen Bundesligarekord aufgestellt und dabei 14-mal getroffen. In diesem Jahr aber hatte der Stürmerstar Ladehemmung, auch gegen die Ulmer "Spatzen" kam der wuchtige Angreifer über weite Strecken nicht ins Spiel, weil die Unterstützung aus dem Mittelfeld fehlte. "Wir haben in den ersten 75 Minuten regelrecht geschlafen", wertete er die Bemühungen seiner Mannschaft - und lag damit richtig. Torchancen waren im Donaustadion absolute Mangelware, bis SSV-Stürmer Dragan Trkulja die Hanseaten mit seinem 1:0 in der 74. Minute aus dem "Dornröschenschlaf" erweckte.

...dann der "Ruck durch die Mannschaft"

Von einem "Ruck durch die Mannschaft" sprach später Thomas Doll, der nach etlichen Verletzungen in Ulm sein Comeback feierte. In der 58. Minute kam der Ex-Nationalspieler für den enttäuschenden Bernd Hollerbach, rund eine halbe Stunde später hatte er seinen entscheidenden Auftritt: Doll setzte sich auf dem linken Flügel durch und bediente mit seiner Flanke Anthony Yeboah, der den Ball aus acht Metern per Kopf über die Linie bugsierte. Den Ausgleich hatte nur vier Minuten zuvor der stark aufspielende HSV-Libero Nico-Jan Hoogma besorgt.

Durch den Sieg hat sich der HSV in der Spitzengruppe der Bundesliga festgesetzt. Als Topteam der Bundesliga wollten sich die Hamburger aber nicht bezeichnen. "Nur in der Schlußphase waren wir eine Spitzenmannschaft", sagte Doll. Fakt ist aber: Mit 14 Punkten aus sieben Spielen stehen die Hanseaten nun punktgleich vor Bayer Leverkusen auf dem zweiten Tabellenplatz, nur zwei Zähler hinter Spitzenreiter Borussia Dortmund.

Andermatt bemängelt fehlende "Reife"

Des einen Freud ist des anderen Leid: Die "Spatzen" aus Ulm standen am Ende mit leeren Händen da. "Zwei Tore in den letzten Minuten, das darf einfach nicht passieren", ärgerte sich SSV-Stürmer Markus Pleuler. Auch Trainer Martin Andermatt war enttäuscht. "Es ist sehr bitter, wenn man ein Spiel in den letzten zwei Minuten noch verliert, das man schon in der Hand hatte. Ich bin dennoch stolz auf meine Mannschaft, sie hat das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten", sagte der Schweizer. "Aber das hat gezeigt, dass wir noch nicht reif genug sind. Eine routinierte Mannschaft hätte zumindest einen Punkt geholt."

Jörg Wacker, sid

Geändert am 3. Oktober 1999 21:37 von to
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