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Umfrage im Fahrerlager: Häkkinen ist klarer WM-Favorit

David gegen zwei rasende Goliaths

Nürburgring - Mika Häkkinen macht das Rennen. Die große Mehrheit der Formel 1-Piloten und Teamchefs rechnet mit der Titelverteidigung des McLaren-Mercedes-Piloten aus Finnland. "Ich würde mein Geld auf Häkkinen setzen. Er wird wieder Weltmeister.

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Häkkinen, Irvine und Frentzen stehen auf einer
Pressekonferenz am Nürburgring Rede und Antwort.

Dafür sprechen die Überlegenheit der McLaren-Mercedes und ihre Ressourcen", legte sich Jackie Stewart in einer dpa-Umfrage vor dem Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring fest. Dreimal hat der heute 50-jährige Schotte den WM-Titel gewonnen; seit 1997 ist er Chef im Rennstall Stewart-Ford.

Auch Michael Schumacher hat die Silberpfeile auf dem Zettel. "Die McLaren-Mercedes sind die besten Autos. Deshalb glaube ich, dass ein McLaren-Mercedes Weltmeister wird", meint der Ferrari-Pilot. Der zweifache Weltmeister aus Kerpen muss nach seinem Beinbruch zum sechsten Mal in Folge auf einen Grand-Prix-Start verzichten.

Irvine verspricht: Das wird ein Duell zwischen Mika und mir

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Irvine muß sich auf ein Kopf-an-
Kopf-Rennen mit Häkkinen einstellen.

Trotz seiner famosen Aufholjagd glaubt Heinz-Harald Frentzen nicht an einen Coup. "Ich habe nur noch theoretische Chancen. Unsere Wunder sind aufgebraucht", sagt der Jordan-Aufsteiger dieser Saison. Nach seinem Monza-Sieg liegt der 32 Jahre alte Mönchengladbacher als Dritter der Fahrerwertung mit 50 Punkten in Lauerstellung hinter dem Führungsduo: Häkkinen und Ferrari-Hoffnung Eddie Irvine (beide 60) liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Frentzen fühlt sich daher im WM-Endspurt "wie David gegen zwei Goliaths" - er glaubt selber nicht daran, dass ihm mit seiner "Steinschleuder" Jordan-Mugen-Honda der große Wurf gegen die "Riesen" glückt.

"Das wird ein Duell zwischen Mika und mir", verspricht auch Irvine ein super-spannendes Finale. Sein Chef hält sich mit Prognosen vornehm zurück. "Der WM-Gewinn wird sehr, sehr schwer", sagt Ferrari- Präsident Luca di Montezemolo. Rennleiter Jean Todt übt sich in Zweckoptimismus: "Noch ist die WM für uns nicht verloren. Die Entscheidung ist völlig offen - und darin liegt unsere Chance."

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Frentzen und Freundin Tanja Nigge zu-
sammen im Fahrerlager am Nürburgring.

Frentzen gut für die Show

Schumachers Ersatzmann Mika Salo lehnt sich da schon weiter aus dem Fenster als seine Chefs. "Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass wir unser Ziel, Weltmeister zu werden, auch erreichen können", verkündet der bei Ferrari eingesprungene Finne. Und: "Jetzt ist auch Frentzen im Titelkampf dabei. Das ist gut für die Show."

Der Brasilianer Rubens Barrichello, der Stewart-Ford verlässt und ab 2000 bei Ferrari einsteigt, sieht in diesem Jahr eher schwarz für die "Roten" aus Maranello: "Ich glaube, Häkkinen holt den Titel, weil er das schnellste Auto hat." Dies sieht Barrichellos englischer Teamkollege Johnny Herbert genau so: "Ich denke, Mika packt es, trotz seines Fehlers von Monza. Er sitzt im besten Auto, der Ferrari geht nicht so gut. Frentzen hat aber durchaus Außenseiterchancen."

Ralf Schumacher läßt die heiße Schlussphase kalt

"Schumi II" lässt die heiße Schlussphase im Kampf um die 50. Weltmeisterschaft kalt. "Das ist mir eigentlich egal. Ich hatte in diesem Jahr einem anderen die Daumen gedrückt - aber das geht ja nun leider nicht mehr", bedauert der Williams-Pilot aus Kerpen den Ausfall seines Bruders Michael. "Ich würde es Heinz-Harald gönnen", meint Ralf Schumacher, "aber wenn bei McLaren-Mercedes keine Fehler mehr passieren, werden die wohl Weltmeister."

Von Ralf Jarkowski und Elmar Dreher, dpa - Fotos: Reuters, dpa

Geändert am 24. September 1999 12:56 von ahappe
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