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Blades: Salsa für
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Salsa-König Blades mit neuem Album auf Tournee

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Für Leib und Seele

Der Wahlkampf um das Amt des Präsidenten von Panama, um das sich Salsa-König Ruben Blades 1994 mit seiner Umweltbewegung "Mutter Erde" mit achtbarem Erfolg bewarb, hatte den Musiker etwas von der Musik entfernt. "Danach wollte ich eine etwas andere Musik für Leib und Seele machen."

Er wußte nur nicht genau was. Da brachte ein Freund dem 51jährigen eine Aufnahme des Trios editus aus Costa Rica (Edin Solis, Gitarre, Carlos Vargas, Percussion, Ricardo Ramirez, Geige) mit. Blades war sofort angetan von der Mischung aus klassischer Musik und karibischen Rhythmen. Doch es sollte noch dauern, ehe daraus die gemeinsame CD "tiempo" wurde.

Futter für den Lateinamerika-Boom

Vergangenes Jahr erschien das Album in Blades Heimat, inzwischen ist es auch in Deutschland erhältlich (Sony) - gerade recht zum Lateinamerika-Boom in Europa und auch zum Start des Kinofilms Dance with me, auf dessen Soundtrack neben vielen anderen Salsa-Stücken auch Blades` "Patria" zu hören ist. Mit leichter Verspätung allerdings zur Europatournee, die den Musiker und editus schon im Juni nach München geführt hatte und die mit Konzerten in Berlin (12.7.), Hamburg (13.7.) und Köln (14.7.) endet.

"Musiker aus der Dritten Welt brauchen keine Green Card!"

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"Lieder können die Verhältnisse
nicht ändern, aber sie können auf
die Probleme aufmerksam machen":
Präsidentschaftskandidat Blades

"tiempo" bietet die von Blades versprochene Mischung aus karibischen Klängen und Salsa-Rhythmen, eingebettet in klassische europäische Musik mit einem Hauch von Jazz und Rock. Doch wehe, einer nennt dies Crossover. Dann reagiert Blades heftig: "Ein rassistisches Etikett. Musiker aus der Dritten Welt brauchen keine Green Card, um in der ersten spielen zu dürfen. Sie sind talentiert, keiner muß sie entdecken."

Melancholisch und sentimental, fetzig und schmeichelnd

Die 14 Stücke auf "tiempo" sind ein bißchen melancholisch, ein bißchen sentimental, mal mitreißend-fetzig, mal ruhig dahinströmend, sie schmeicheln sich ins Ohr, mit einfachen, sanften Grundmelodien und filigran ausgearbeitetem Umfeld, das auch die Ansätze von Streicher-Bombast verkraftet. Man kann dazu tanzen, mit den Füßen wippen und mitsummen, man kann sich von der Musik und Blades' Stimme auch einfach dahintreiben und aus dem Alltag entführen lassen.

Das geht auch ohne Spanisch-Kenntnisse. Besser wäre mit, denn das CD-Booklet enthält keine deutsche Übersetzung. Der Sänger, Komponist und Texter hofft, daß sie bald vorliegen wird, zumal "sich dafür das Deutsche besser eignet als Englisch", wie Blades nach einem Vergleich anderer Texte glaubt.

Lieder von Rassismus, Glauben, von Liebe und Mordust

Es sind mehr oder weniger politische Lieder. "Lieder können die Verhältnisse nicht ändern, aber sie können auf die Probleme aufmerksam machen, die nicht täglich von den Medien behandelt werden", hofft der Musiker. So handeln sie zwar auch von Liebe, vor allem aber von Rassismus, von Scheinheiligkeit, von der Lust am Morden, vom Glauben an eine bessere Welt, in der nicht die Herkunft von Geburt über das Schicksal bestimmt, von Umwelt und sozialer Gerechtigkeit. In "20 de diciembre" erinnert er an die Toten, die die Invasion der USA in Panama 1989 forderte.

Jürgen Schön, AP

Geändert am 8. Juli 1999 13:41 von to
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