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John Carpenters "Vampire":Mix aus Horror und Wildwest
Die Faszination am Vampir-Genre bringt immer wieder neue Filme hervor. Ob als Horrorkomödie wie Quentin Tarantinos "From Dusk Till Dawn", oder als lautes Techno-Spektakel der 90er wie Stephen Norringtons "Blade". Auch Horrorspezialist John Carpenter, bekannt von Filmen wie "Halloween", "Die Klapperschlange" oder "Nebel des Grauens", wollte "immer mal einen Vampirfilm drehen". Und das hat er denn nun auch getan. Mit "Vampire", legt er einen Mix aus Horror und Wildwest vor. Und zumindest eines läßt sich auf Anhieb sagen: An Blutgemetzel und Mythen steht Carpenters Streifen anderen Vampirismusfilmen nicht nach.
"Vampire sind wie Gott, wir glauben, daß es sie gibt, ohne daß es einen Beweis dafür gibt" - mit diesem Motto macht sich Vampirjäger Jack Crow (James Woods) mit Freund Tony Montoya (Daniel Baldwin) sowie einer Gruppe besessener Blutsaugerfänger auf die Suche. In der Öde des amerikanischen Südwestens heben sie im Auftrag der katholischen Kirche in verlassenen Schuppen "Vampirnester" aus. Ausgerüstet mit Armbrust, Pistolen und Holzpfählen zerren sie mit einer Seilwinde Vampire gnadenlos ans Licht. In der gleißenden Sonne von Texas verenden sie qualvoll. Vampirs Traum: Überleben bei SonnenlichtDoch letztendlich ist die Jagd ein Zweikampf zwischen Crow und dem Vampir-Meister Valek (Thomas Ian Griffith), der ein fulminantes Ende findet. Valek ist auf der Suche nach einem sagenumwobenen, goldenen Kreuz, das Vampiren ein Überleben bei Sonnenlicht und damit die totale Weltherrschaft ermöglicht. Zusammen mit Tony und der jungen Prostituierten Katrina (Sheryl Lee) verfolgt Crow Valek. Am Ende merken die Jäger, daß ihr Auftraggeber, Kardinal Alba (Maximilian Schell), selbst einen Pakt mit der lichtscheuen Spezies geschlossen hat. Nichts für Zartbesaitete![]() Auch wenn Carpenter nicht an Vampirgemetzel a la Tarantino herankommt, ist sein Streifen ein reichlich blutiger Gewaltexeß und nichts für Zartbesaitete. Dabei kommen Carpenters Vampire nicht als häßliche, modrige Nachtgestalten daher, sondern als langbeinige, modelartige Wesen in schwarzen Kleidern, die an abgefahrene Designerware erinnern. Carpenter arbeitet mit all den zweideutigen Assoziationen, die Menschen schon immer mit Vampiren verbunden haben: Leben zwischen Tod und Unsterblichkeit, Gier, Versuchung aber auch todbringende Leidenschaft. All diese Doppeldeutigkeiten zeigen sich am besten an der Liebesbeziehung zwischen Katrina und Tony, in der Gewalt und Verachtung ebenso wie Hingabe und Fürsorge eine Rolle spielen. ...und dazu `ne Portion Sex!Dazu mischt Carpenter - wie oft in Vampirfilmen - eine gehörige Portion Sexualität. "Ich finde, ein Vampirfilm ohne Sex ist einfach kein Vampirfilm", meint der Regisseur. All diese Facetten treffen in der Einöde der texanischen Wüste, einer verlassenen Grenzwelt, aufeinander. Von Sandra Jessel, dpa
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| Geändert am 5. Juli 1999 13:41 von to | ||||