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. . . Tankschiff auf Rhein explodiert

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Das Tankmotorschiff "Avanti" war gegen 01.30 Uhr an der Anlegestelle der EC Erdölchemie beim Beladen mit rund 1.500 Tonnen Leichtbenzin in Brand geraten. Innerhalb von Sekunden kam es zu einer gewaltigen Explosion. Die Detonation war kilometerweit zu hören. Das Schiff brach nur wenig später auseinander und versank im Rhein.

Brennende Benzinlachen trieben rheinabwärts und setzten das Deck des etwa 150 Meter entfernt ankernden deutschen Tankers "LRG 23" in Brand. Dort verbrannte ein etwa 55 Jahre altes Besatzungsmitglied in seiner Kajüte. Ein etwa gleichaltriger Kollege versuchte sich durch einen Sprung in den Rhein zu retten. Seine Leiche wurde Stunden später etwa fünf Kilometer rheinabwärts am Ufer gefunden.

In einer dramatischen Rettungsaktion konnte sich die Besatzung des direkt neben der "LRG 23" vertäuten niederländischen Tankers "Marina" in letzter Sekunde in Sicherheit bringen. Die Frau des Kapitäns kappte die Taue des Schiffes, daraufhin konnte der Tanker aus der Gefahrenzone bugsiert werden.

"Die Leute konnten nur noch von Bord springen"

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"Das ging alles so schnell, die Leute konnten nur noch von Bord springen", sagte der Direktor der Kölner Berufsfeuerwehr, Stefan Neuhoff. Von den Besatzungsmitgliedern der "Avanti" wurden drei Männer leicht verletzt geborgen, eine Frau wurde mit schweren Verbrennungen in eine Spezialklinik gebracht. Leichte Rauchvergiftungen erlitten die beiden Besatzungsmitglieder der "Marina", ein Mitarbeiter der Firma EC Erdölchemie sowie drei Anwohner, deren Fenster geöffnet gewesen waren.

"Erst kam ein kleiner Knall, dann eine gewaltige Explosion, und dann konnte ich schon den Feuerschein sehen", berichtete die 79jährige Lotte Zastrau, die seit über 50 Jahren in der Nähe des Werks wohnt. "Das war das Schlimmste, was ich bisher erlebt habe." An eine Flugzeugexplosion glaubte der 74jährige Rentner Rudolf Moschinsky, der etwa drei Kilometer vom Unglücksort entfernt wohnt.

Möglicherweise Feuer auf dem Schiff

Der Geschäftsführer der EC Erdölchemie Noerenberg vermutet, daß die Ursache für das Feuer auf dem Schiff lag. In der Kontrollstation seien beim Beladen keine Unregelmäßigkeiten aufgefallen. Zum Zeitpunkt des Unglücks seien bereits etwa 750 Tonnen Benzin an Bord gepumpt worden. "Wieviel davon in den Rhein floß, wissen wir nicht." 250.Feuerwehrleute hatten bis zum Morgen die Brände gelöscht. Anschließend wurden Ölsperren gelegt.

Benzin-Gas-Wolke über dem Fluß

Der Rhein war nach dem Unglück, bei dem insgesamt 250 Feuerwehrleute im Einsatz waren, von Dormagen rheinabwärts bis nach Kaiserswerth stundenlang gesperrt. Zwischen Dormagen und Düsseldorf- Benrath verfügte die Wasserschutzpolizei auch ein Fahrverbot für Motorboote. Noch Stunden nach der Explosion schwebte eine Benzin-Gas- Wolke über dem Fluß. Für die Anwohner bestand nach Angaben der Feuerwehr jedoch keine größere Gefahr. Auch für die Umwelt sind nach Einschätzung der EC Erdölchemie keine größeren Schäden zu erwarten.

Nach Angaben der nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn (Bündnis 90/Die Grünen) haben erste Messungen des Landesamts für Emissionsschutz keine Hinweise auf Gefahren für Menschen und die Umwelt ergeben. Allerdings sollten die Bewohner des betroffenen Gebietes bis zum Abschluß der Untersuchungen auf den Verzehr von selbstangebautem Gemüse verzichten. Außerdem sollten Spaziergänger die möglicherweise belasteten Uferböschungen meiden. Die Ergebnisse der Anlaysen werden Anfang kommender Woche erwartet.

dpa - Fotos: dpa

Geändert am 7. Mai 1999 17:40 von aj
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