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Neuer Ministerpräsident in Niedersachsen nominiert:

Glogowski wird Schröder-Nachfolger

Hannover - Der niedersächsische SPD-Landesvorstand hat auf Vorschlag von Gerhard Schröder am Dienstag einstimmig Gerhard Glogowski als künftigen niedersächsischen Ministerpräsidenten nominiert. Nach der Abstimmung trat Schröder von seinem Amt als niedersächsischer SPD-Landesvorsitzender zurück. Mit seinem schnellen Rücktritt habe Schröder Stil gezeigt und deutlich gemacht, daß die niedersächsische SPD ihre Geschicke nunmehr selbst regele, sagte der derzeitige Innenminister Glogowski nach der Sitzung in Hannover.

Blumen und Händedruck: Schröder gratuliert Glogowski (r.).

Dem Landesparteitag, der für den 10. Oktober in Hameln geplant ist, habe der Vorstand nur einen einzigen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten vorgeschlagen, betonte Glogowski. Nach seinen Angaben hat der Landesvorstand dem Parteitag außerdem einstimmig die Wahl der SPD-Bundestagsabgeordneten Edelgard Bulmahn zur neuen SPD-Landesvorsitzenden empfohlen.

Zum neuen niedersächsischen Ministerpräsident werde er wahrscheinlich nach dem 19. Oktober auf einer Landtagssondersitzung in Hannover gewählt, kündigte Glogowski an. Als seinen Nachfolger für das Amt des Innenministers werde er den bisherigen parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Heiner Bartling, vorschlagen. Zur Stellvertreterin des Ministerpräsidenten werde er Sozialministerin Heidi Merk berufen.

"Wieder niedersächsischer in Niedersachsen"

Nach den Worten des SPD-Politikers wird es nach dem Wechsel von Schröder nach Bonn "wieder niedersächsischer in Niedersachsen". Er selbst habe keine bundespolitischen Ambitionen, wolle aber in Hannover eine lange Zeit regieren. Bis zum Ablauf der Legislaturperiode in viereinhalb Jahre werde es in Niedersachsen "eine von der SPD bestimmte Politik gemeinsam mit den Gewerkschaften, den Kommunen und den Hochschulen geben", erklärte Glogowski. Wenn alle mitwirkten, könne das Land "noch schöner und noch besser werden".

Der designierte Ministerpräsident schloß einen Wechsel des niedersächsischen Landwirtschaftsministers Karl-Heinz Funke an die Spitze des Bonner Landwirtschaftsministeriums nicht aus. Glogowski bezeichnete Funke als "wichtigen Minister des Landes Niedersachsen, den ich gern behalten würde". Die Frage, "ob er abgeworben wird", müßten jedoch andere beantworten. Auch über eine Zusammenlegung von niedersächsischem Landwirtschafts- und Umweltministerium werde erst entschieden, wenn sie anstehe, sagte Glogowski.

AP - Foto: dpa
Geändert am 29. September 1998 16:08 von aj
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