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Arminia Bielefeld - 1. FC Kaiserslautern 2:2 (1:1)
FCK wittert Verschwörung
Bielefeld - Spitzenreiter 1. FC Kaiserslautern wittert im Bundesliga-Herzschlagfinale eine Verschwörung. "Das ist für mich der Witz des Jahres, daß die Bielefelder einen Tag vor dem Spiel gegen uns zu den Bayern fahren und dort das Trainingsgelände besichtigen", wetterte FCK-Trainer Otto Rehhagel nach dem 2:2 (1:1) bei Schlußlicht Arminia Bielefeld. Einmal in Rage, konnte sich "König Otto" nach der verpaßten Vorentscheidung im Titelkampf keine Spitze gegen seinen früheren Klub aus Ostwestfalen verkneifen: "Wir haben hier ein wunderbares Hotel gehabt, und wir freuen uns, daß wir in der nächsten Saison nochmals hier hinfahren dürfen. Aber dann spielen wir nicht in Bielefeld, sondern gegen Gütersloh."
Grund für Rehhagels Rundumschlag war ein Besuch von Bielefelds Manager Rüdiger Lamm und Trainer Ernst Middendorp bei Rekordmeister Bayern München. Die beiden Macher hatten am Dienstag angeblich das eindrucksvolle Trainingsgelände der Bayern unter die Lupe genommen. Auch FCK-Präsident Hubert Keßler ließ seinen Zorn an den Arminen aus: "Das geht doch alles nicht mehr mit rechten Dingen zu, was derzeit passiert. Aber die Bielefelder bekommen ja die Quittung dafür, indem sie absteigen." Keßler befürchtet ebenfalls, daß im Schlußspurt um den Titel mit unfairen Mitteln gekämpft wird: "Ich gehe davon aus, daß die Bayern nun in Duisburg ein leichtes Spiel haben werden, immerhin ist der MSV durch die Pokalfinal-Teilnahme ja bereits automatisch für den Europapokal qualifiziert." Schwere Vorwürfe, die die Bielefelder so nicht gelten lassen wollten. "Der Termin bei den Bayern stand schon seit langem fest. Wir fragen nicht jedesmal in Kaiserslautern nach, wo wir hinfahren. Es ist infantil, wenn man behauptet, wir würden die Meisterschaft beeinflussen. Wir haben mit unserem 4:4 gegen die Bayern die Lauterer zum Tabellenführer gemacht, das sollte man nicht so schnell vergessen", erklärte Middendorp.
"Wir haben hier zwei Punkte verschenkt"
Auch Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß verstand die Aufregung der Pfälzer nicht: "Wer hinter dem Besuch der Bielefelder bei uns was Böses vermutet, muß blöd sein. Hätte ich etwas zu verbergen, würde ich mich mit den Arminen an der Raststätte treffen." Daß die Ostwestfalen gegen einen großartig, aber unglücklich aufspielenden FCK um jeden Zentimeter Boden fighteten, war für Bielefelds Europameister Stefan Kuntz "eine Frage der Ehre". Außerdem glauben die Arminen nach wie vor an die letzte Chance im Kampf um den Klassenerhalt, der rechnerisch noch möglich ist. Kuntz, der zum Saisonende die Bielefelder definitiv verlassen wird: "So lange noch ein Fünkchen Hoffnung da ist, werden wir Gas geben und uns nicht aufgeben." Von Aufgabe war auch gegen die Pfälzer keine Spur, obwohl die Gäste bereits in der 24. Minute durch Nationalspieler Olaf Marschall (18. Saisontor) mit 1:0 in Führung gingen. Doch Bielefelds iranischer Nationalspieler Ali Daei drehte den Spieß mit zwei Kopfballtoren in der 35. und 64. Minute um. Erst kurz vor Schluß rettete Jürgen Rische (87.) den Lauterern einen Zähler. "Wir haben hier zwei Punkte verschenkt", meinte Martin Wagner nach einem hochdramatischten Spiel, in dem der beste Aufsteiger aller Zeiten fast ein Dutzend erstklassiger Chancen vergab. Trotzdem glauben die "Roten Teufel" weiterhin fest an den Titel. Rehhagel: "Wir müssen jetzt unsere beiden Spiele gegen Wolfsburg und in Hamburg gewinnen, denn Bayern wird sich keinen Ausrutscher mehr leisten." Torsten Rumpf, sid - Foto: dpa
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