Dänische Raucher bauen auf Margrethe II. Kopenhagen (dpa) - Kettenraucherin Lisbeth Carlslund aus Kopenhagen ist vor der Zukunft nicht bange: "Solange wir Königin Margrethe haben, wird es in Dänemark keine harte Politik gegen Raucher geben." Ob die betont liberale Gesetzgebung wirklich etwas mit dem chronisch hohen Zigarettenkonsum der Regentin samt ihrer kompletten Familie zu tun hat, darf bezweifelt werden. Tatsache aber ist, daß es weder gesetzliche Rauchverbote noch Initiativen dazu gibt. Einzig und allein ein Recht auf nikotinfreie Einnahme des Mittagessens könnten Nichtraucher unter Berufung auf eine Verordnung des Arbeitsministeriums geltend machen.
Immerhin kann sie darauf verweisen, daß die Raucherquoten auch so von derzeit 36 Prozent bei Männern und 34 Prozent bei Frauen rückläufig sind. Überdies habe man vor allem bei Jugendlichen nicht so starke Zuwachsraten wie im benachbarten Norwegen, das seit den achtziger Jahren auf umfassende Rauchverbote in allen Betrieben und öffentlichen Gebäuden setzt.
Trinkgewohnheiten problematischerDer Alltag von Rauchern und Nichtrauchern ändert sich in Dänemark langsam, aber doch überall sichtbar. 70 Prozent aller Betriebe verfügen nach einer Umfrage des staatlichen "Tabaksschadensrates" inzwischen über "feste Regeln" mit unterschiedlichen Einschränkungen. Nur zwei Prozent haben das Rauchen bei der Arbeit komplett untersagt.Unter Jugendlichen ist der Glimmstengel zwar überwiegend akzeptiert, dürfte aber im Vergleich mit deren Trinkgewohnheiten das deutlich geringere Problem sein. Gegen den Alkoholkonsum Jugendlicher will die Regierung mit schärferen Verkaufsverboten vorgehen, beim Tabak setzt Kopenhagen weiter auf freiwillige Selbstbeschränkung. Archivfoto: dpa |
| Letzte Änderung: 03.02.1998 15:15 von aj |