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TuS Koblenz

Sander will positive Phasen im Spiel ausdehnen

Koblenz Bei Fußball-Zweitligist TuS Koblenz beginnen die Umbaumaßnahmen von Trainer Petrik Sander zu greifen.

Die neu formierte Elf präsentiert sich gefestigt, zuletzt gab"s vier Punkte aus zwei Spielen.

Im Abstiegskampf bleibt wenig Zeit , um die Füße hochzulegen. Erst recht nicht, wenn der Trainer Petrik Sander heißt. Nach einem freien Tag nimmt er die Spieler von Zweitligist TuS Koblenz heute gleich zweimal ran, auch der Rest der Woche scheint arbeitsreich zu werden. "Wir werden kürzere, aber intensive Einheiten haben, es gibt auch im Kraftbereich noch einiges zu tun."

Sander, der sanfte Schleifer. Beim 1:1 bei Energie Cottbus hat er festgestellt, dass das Auftreten als Auswärtsmannschaft "für eine Stunde nahe am Optimum war". Das Bearbeiten des Gegners, die Rückwärtsbewegung, die Laufbereitschaft oder auch die klare Aufgabenverteilung auf dem Platz - all das konnte sich sehen lassen. Allein, am Ende ging der TuS der Sprit aus, auch die Wechsel in der Schlussphase konnten nicht verhindern, dass die lange souverän gestaltete Partie beinahe noch komplett gekippt wäre. "Wir hatten zum Schluss einfach begrenzte Verteidigungsmöglichkeiten", spielte der TuS-Coach vor allem auf die Längen-Vorteile der Cottbuser an, die in ihrer Verzweiflung gleich drei 1,90-Meter-Angreifer einwechselten. Eine Offensivwucht, der die TuS ohne den kantigen Stopper Matej Mavric wenig entgegenzusetzen hatte. Und: Die Koblenzer mussten ihrem enormen Aufwand Tribut zollen.

So gesehen darf der Punkt letztlich als ein gewonnener gewertet werden. Und Sander kann als Quintessenz festhalten, "dass alle Spieler gesehen haben, was möglich ist, wenn sie an ihre Grenzen und vielleicht sogar noch ein bisschen drüber gehen".

Mit Blick auf die entscheidenden Wochen der Saison arbeitet der Coach nun daran, eine über 90 Minuten präsente Elf auf den Platz zu bringen. Wobei die Koblenzer Mannschaft inzwischen nur noch wenig mit der aus der Hinrunde gemein hat. Nimmt man die fehlenden Stammkräfte David Yelldell und Mavric aus, standen in Cottbus mit Martin Forkel, Manuel Hartmann und Ervin Skela lediglich drei Akteure auf dem Platz, die bei Uwe Rapolders finalem Auftritt in Kaiserslautern zum Stammpersonal gezählt hatten.

Zu den Profiteuren des Trainerwechsels zählen neben den Winterzugängen zweifellos Johannes Rahn und Tom Geißler. Beide pendelten in der Hinrunde zwischen Ersatzbank und Tribüne, die Einsätze waren kaum messbar. Rahn hat die neue Wertschätzung vor allem seinem Trainingseifer zu verdanken, auch die beiden verpassten Hochkaräter in Cottbus ändern daran nichts. "Er wird weiter seine Chancen bekommen", stärkt Sander dem Koblenzer Eigengewächs den Rücken. In gleichem Maße sind offenbar die Aktien von Njazi Kuqi gefallen, der zuletzt nicht einmal mehr für den 18er-Kader berücksichtigt wurde.

Und Geißler hat es geschafft, die Nische auf der linken Abwehrseite mit Leben zu füllen. Nach frustrierenden Monaten ("Ich habe mich immer professionell verhalten") gelang ihm in Cottbus die zweite Torvorlage. Der 26-Jährige nimmt im Sinne der Mannschaft auch in Kauf, nicht unbedingt auf seiner Lieblingsposition agieren zu müssen. Geißler: "Hauptsache wir haben Erfolg." Und Erfolg, so lassen alle Beteiligten durchblicken, ist längst nicht mehr nur das Konservieren von Platz 16.

Sven Sabock

RZO



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