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Donnerstag, 11. März 10

Potenzpille ViagraLos Angeles - Eigent­lich waren die For­scher nur auf der Suche nach einem neuen Medi­kament, das den Blut­fluss zum Herzen ver­bes­sern sollte. Worauf man in den Labors des US-Phar­mari­esen Pfizer in den 80er Jahren dann...

München - Auch Schwan­gere ohne Kran­ken­ver­siche­rung haben einen Anspruch auf die übli­chen Vor­sor­geun­ter­suchun­gen. Sind die Frauen weder selbst noch über den Partner ver­sichert, über­nehme die Sozi­alhilfe die Kosten...

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Blauer Senkrechtstarter: Viagra wird 10 Jahre alt

Los Angeles - Eigent­lich waren die For­scher nur auf der Suche nach einem neuen Medi­kament, das den Blut­fluss zum Herzen ver­bes­sern sollte.

Potenzpille Viagra

Rettung für potenz­schwa­che Männer: Vor zehn Jahren wurde Viagra auf dem US-Markt zuge­las­sen. (Bild: dpa)

Worauf man in den Labors des US-Phar­mari­esen Pfizer in den 80er Jahren dann aber stieß, sollte einer Revo­lution gleich­kom­men.

Die Entdeckung verhalf Millionen von Männern mit Potenz­schwäche zu neuem Selbst­bewusst­sein. Vom Zufalls­pro­dukt zum Senk­recht­star­ter: Vor zehn Jahren, am 27. März 1998, gaben die US-Behör­den Grünes Licht für Viagra, ein halbes Jahr später wurde die kleine blaue Pille auch in der Europäi­schen Union zuge­las­sen.

Das Potenz­mit­tel gilt inzwi­schen als das welt­weit bekann­teste Medi­kament und zugleich als eines der ertrag­reichs­ten. Schon während des ersten Monats nach Marktein­führung wurde sie 500 000 Mal ver­schrie­ben. In Asien zahlten Männer Medien­berich­ten zufolge bis zu 100 Dollar pro Pille, noch bevor sie über­haupt offi­ziell im Handel war. Allein im ver­gan­genen Jahr brachte Viagra ihrem Her­stel­ler 1,7 Mil­liar­den US-Dollar (1,1 Mil­liar­den Euro) ein. Schät­zungs­weise 30 Mil­lio­nen bekamen es bislang auf Rezept, Mil­lio­nen weitere über andere Kanäle.

Tausende Ehen soll das Mittel zur Stär­kung der Man­nes­kraft geret­tet haben - und min­des­tens ebenso viele zer­stört. Unlängst wurde der Pille auch die Rettung eines an Lun­gen­ent­zün­dung erkrank­ten Jungen zuge­schrie­ben. Berich­ten zufolge bewahrt Viagra Schnitt­blu­men vor dem Ver­blühen und lässt Hamster einen Jetlag besser ver­kraf­ten.

Die US-Nach­kriegs­gene­ration schätzt die Erfin­dung der ovalen Tablette ebenso wie vor 30 Jahren die Ein­führung der Anti-Baby-Pille, fand die ame­rika­nische Senio­ren­lobby AARP in einer Studie heraus. „Die Baby-Boom-Gene­ration schafft eine zweite sexu­elle Revo­lution - eine, die die Denk­weise über das Älter­wer­den und Sex ver­ändert”, befin­det die ein­fluss­rei­che Orga­nisa­tion. „In ihrem Zentrum steht die Fest­stel­lung, dass alters- und gesund­heits­bedingte Pro­bleme behan­delt und bewäl­tigt werden sollten, statt sie einfach zu akzep­tie­ren.”

Freilich gibt es auch unerwünschte Neben­wir­kun­gen. Nicht nur, dass zwie­lich­tige Viagra-Ange­bote welt­weit Ein­gangs­post­fächer von E-Mails ver­stop­fen. Was neuen Schwung in alte Ehen bringen soll, kann auch in Stress aus­arten. „Ich bin 62 Jahre alt und Mutter von sechs erwach­senen Kindern, und ich war so froh, als mein 64 Jahre alter Mann es vor zwei Jahren mal etwas lang­samer angehen ließ”, schrieb eine Ehefrau an eine pro­minente ame­rika­nische Kum­mer­kas­ten­tante. „Und was pas­siert? Eine Pille namens Viagra wird erfun­den und der alte Kerl ist wieder voll dabei. Ich liebe meinen Mann, aber ich denke, ich habe auch mal meine Ruhe ver­dient.” Außer­dem - jede Pille koste zehn Dollar. „Und letzte Woche hatte er vier davon.”

„Ältere Männer werden wieder leis­tungs­stark, also gehen sie woan­ders­hin - auf jüngere, saf­tigere Weiden”, sagte der New Yorker Schei­dungs­anwalt Raoul Felder, der unlängst die Ehefrau eines 70- Jäh­rigen vertrat, der plötz­lich auf Abwege geraten war. Unter Senio­ren in Florida sollen durch Sex über­tra­gene Krank­hei­ten sprung­haft gestie­gen sein, seit gesetzte Herren, befeu­ert von der blauen Pille, ver­stärkt Pro­sti­tuier­ten nach­stel­len. In einer neu­seelän­dischen Studie warfen viele Ehe­frauen den Ärzten vor, Viagra viel zu leicht­fer­tig zu ver­schrei­ben, statt tiefer lie­gen­den Ursa­chen für Unlust auf den Grund zu gehen oder schlicht zu akzep­tie­ren, dass Sex im Alter eben nicht mehr so häufig vor­kommt.

Doch viele Männer beharren steif und fest darauf, dass Viagra ihre Bezie­hung rettete - wie Richard T. Mit 56 Jahren, berich­tet er, klappte es plötz­lich nicht mehr so wie er wollte. Und obwohl Richards Frau Ver­ständ­nis äußerte, fühlte er sich als Ver­sager. „Es war eine schreck­liche Zeit”, berich­tet er. „Aber eine kleine blaue Pille löste das Problem, und ich schaue nicht mehr zurück.” Von Andy Gold­berg, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/03/26/service/gesundheit/t/rzo412420.html
Mittwoch, 26. März 2008, 15:24 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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