|
|
|
||||||||||||||||
| Ticker Wetter Regionales Foto des Tages Karikatur Kalender Forum Archiv |
Freitag, 30. März 07
|
||
|
Flugzeug wurde im Zweiten Weltkrieg abgeschossen Gefahr am Grund des Laacher Sees Maria Laach - Rheinland-Pfälzer lieben den Laacher See und das angrenzende Erholungsgebiet - zum Spazierengehen, zum Campen, zum Schwimmen oder Bootfahren. Doch was wenige wissen: Bis heute kündet ein Stahlkoloss am Grunde des Sees vom schrecklichsten Krieg, den Europa je erlebt hat. Im Laacher See, in rund 50 Meter Tiefe, liegt das Wrack eines britischen Halifax-Bombers, der im Zweiten Weltkrieg von einem deutschen Nachtjäger-Flugzeug abgeschossen wurde. Zu dem Luftkampf kam es am 30. August 1942 kurz nach Mitternacht. Die Halifax wurde dreimal von dem deutschen Jäger beschossen, bis sie schließlich um 0.10 Uhr in den Laacher See stürzte. An Bord des britischen Bombers waren sieben Soldaten: Drei davon konnten sich mit dem Fallschirm retten. Ein Mann kam ums Leben, weil sich sein Fallschirm nicht öffnete, ein weiterer wurde tot aus dem Wasser gefischt. Zwei Besatzungsmitglieder werden bis heute vermisst. Möglicherweise befinden sich ihre sterblichen Überreste noch in dem Flugzeugwrack. Beim Abflug fünf Bomben geladen Experten gehen davon aus, dass der Halifax-Bomber beim Abflug fünf Bomben geladen hatte. Sie waren entweder mit TNT- oder Amatol-Sprengstoff gefüllt. Geht von dem Bomber-Wrack heute noch eine Gefahr aus? "Wir wissen nicht, ob der Flieger beim Absturz noch Bomben geladen hatte. Wenn sie sich aber noch in dem Wrack befinden, können sie auch heute noch explodieren!", sagt Horst Lenz, Leiter des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz. "Man muss unbedingt prüfen, ob die Sprengkörper noch auf dem Grund des Sees liegen." Keine Gefahr für Anwohner Was würde passieren, wenn die Bomben hochgehen? "Gefährlich könnte eine Explosion für Menschen beim Baden oder Bootfahren werden. Keine Gefahr besteht aber für die Anwohner. Sie würden durch die Detonation höchstens einen großen Schrecken bekommen", erklärt der 51-jährige Sprengstoff-Experte, den die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord in Koblenz wahrscheinlich beauftragen wird, das Flugzeugwrack zu untersuchen. Die SGD Nord ist viele Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg auf das abgeschossene Flugzeug aufmerksam geworden, da sich ein unbekannter Privatmann an sie gewendet hat. Er will veranlassen, dass das Wrack des Bombers geborgen wird. In den kommenden Wochen soll geklärt werden, wo die Maschine genau liegt. Dazu wird der Boden des Laacher Sees mit einem "Side-Scan-Sonar" abgesucht. Das Sonargerät, mit dem gewöhnlich Meeresböden erforscht werden, sendet Schallwellen aus und kann das Wrack so orten. Wahrscheinlich ist es von tiefem Schlamm bedeckt. Entschärfung oder Bergung wäre kompliziert Die Entschärfung der Bomben oder gar die Bergung des Flugzeuges wäre sehr kompliziert: "Ich arbeite seit 1984 in meinem Beruf. Aber eine Bombe unter Wasser habe ich noch nie unschädlich gemacht. So etwas ist extrem aufwendig", sagt Lenz. Um keinerlei Risiko einzugehen, wurden bereits Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Die SGD Nord hat alle Genehmigungen für Sporttaucher im Laacher See widerrufen. Der Bootsverleih, den die Benediktinerabtei Maria Laach betreibt, wurde bislang aber nicht geschlossen. Auch der Rundwanderweg um den See kann nach wie vor genutzt werden. Hartmut Wagner
http://rhein-zeitung.de/on/07/03/30/rlp/r/regio-3.html |
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
| |||||||||||||||||||||