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Sonntag, 14. Mai. 06
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Rechte mobilisieren nur wenige Demonstranten Koblenz zeigte Neonazis die kalte Schulter Marienfels/Koblenz - Weit weniger rechte Sympathisanten als angenommen haben sich am Samstag an Demonstrationen in Marienfels (Rhein-Lahn-Kreis) und in Koblenz beteiligt.
In beiden Städten hatten sich nach Polizeiangaben statt der erwarteten 200 bis 300 nur etwa 70 bis 80 Neonazis versammelt. Bis zum Nachmittag verlief alles ruhig verlaufen. 16 Personen wurden in Koblenz vorübergehend in Gewahrsam genommen worden, zwölf von ihnen hätten mehrfach Platzverweise missachtet. 18 Gegenstände seien eingezogen worden, darunter einige Nieten- beziehungsweise Stachelarmbänder, zwei Fahnen und eine Jacke mit verbotenen Symbolen. Insgesamt sind laut Polizeiangaben 20 Strafanzeigen aufgenommen worden. Gegendemo mit mindestens 1500 Menschen "Absolut überwältigend" war hingegen nach Einschätzung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) die Resonanz auf dessen Aufruf zur Gegendemonstration, wie die DGB-Regionalvorsitzende Gabi Weber sagte. In Marienfels seien rund 200 Menschen gegen Rechts auf die Straße gegangen, in Koblenz seien es "weit mehr als 2000" gewesen. Ein Polizeisprecher sprach von höchstens 1500 Menschen in Koblenz.
Einer Demonstration durch die Innenstadt schloss sich eine Kundgebung auf dem Görresplatz an. Hier sprachen neben Weber auch der Oberbürgermeister der Stadt Koblenz, Eberhard Schulte-Wissermann (SPD), die scheidende Grünen-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Ise Thomas, sowie Vertreter von Kirchen, der "Christlich-jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit" und des Stabilus-Betriebsrats. Die musikalische Begleitung durch eine Samba-Gruppe sollte laut Weber die "Weltoffenheit" in die Herzen der Demonstrationsteilnehmer bringen. Nasse Glatzen Während die Kundgebung auf dem Görresplatz kurz vor ihrem offiziellen Schluss von einem starken Regenschauer abrupt beendet wurde, marschierte die Gruppe Neonazis entlang ihrer hermetisch abgeriegelten Route durch die Koblenzer Innenstadt. Die durchnässten Radikalen wurden von Passanten und Gegendemonstranten mit wütenden "Nazis raus"-Rufen begrüßt. Riesiges Polizeiaufgebot Eine zunächst angemeldete Gegendemonstration der linken Antifa war bereits im Vorfeld abgesagt worden, weil die Organisatoren nicht mit den Vorgaben der Behörde einverstanden waren. Beamte aus Rheinland-Pfalz und aus angrenzenden Bundesländern sowie der Bundespolizei hatten die Demonstrationen begleitet. Allein in Koblenz waren 1000 Polizisten im Einsatz. Die Rechten hatten in Marienfels für die Wiedererrichtung eines Mahnmals für gefallene Soldaten der Waffen-SS demonstriert. Das Mahnmal war 1971 auf dem Marienfelser Friedhof errichtet worden. Der Nutzungsvertrag war auf 30 Jahre befristet. Der Gemeinderatsbeschluss zum Abbau des Mahnmals hatte 2003 zu einem Aufschrei in der rechten Szene geführt. Seitdem hatte es immer wieder Aufmärsche der Neonazis in der 370-Seelen-Gemeinde für den Wiederaufbau gegeben. DDP, RZO; Fotos: Magnus
http://rhein-zeitung.de/on/06/05/13/rlp/r/demox-1.html |
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