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Archiviert am
Donnerstag, 16. Februar 06 |
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Endspurt: „Guantanamo”-Film ist Bären-Favorit Berlin- Das Rennen um den Goldenen Bären geht in die Endrunde.
Vor der Preisverleihung am Samstag ist der große Favorit des Berlinale-Publikums der aufrüttelnde Film „The Road to Guantanamo” von Michael Winterbottom. In dieser filmischen Anklage gegen die USA geht es um drei britische Muslime. Die jungen Männer werden als angebliche Taliban-Kämpfer zwei Jahre lang zu Unrecht im berüchtigten US-Gefangenenlager Guantanamo Bay auf Kuba festgehalten und gefoltert. Der an Originalschauplätzen in Pakistan und Afghanistan gedrehte Film basiert auf einer wahren Geschichte und vermischt Dokumentar- und Spielsequenzen. Der 44-jährige Brite Winterbottom hat bereits 2003 mit seinem Film „In this World” den Goldenen Bären der Internationalen Filmfestspiele Berlin gewonnen. Damals beschrieb er die Flucht zweier afghanischer Jugendlicher vom Flüchtlingslager in Pakistan bis nach London. Nach dem großen Zuspruch für „The Road to Guantanamo” wird sich die internationale Jury unter Vorsitz der britischen Schauspielerin Charlotte Rampling möglicherweise aber nicht scheuen, Winterbottom und seinen Co-Regisseur Mat Whitecross erneut mit dem Hauptpreis auszuzeichnen. Die drei bislang gezeigten deutschen Wettbewerbsbeiträge haben das Publikum dagegen stark polarisiert. Vor allem Matthias Glasners knapp dreistündiger, schonungsloser Vergewaltiger-Film „Der freie Wille” löste heftige Reaktionen aus. Hoffnung auf einen Silbernen Bären als bester Darsteller darf sich der Hauptdarsteller des Films machen: Jürgen Vogel spielt mit großem Mut diesen verzweifelten, kranken und grausamen Triebtäter. Eine glänzende Darstellerleistung lieferte auch Martina Gedeck in Oskar Roehlers auf geteiltes Echo gestoßener Romanverfilmung „Elementarteilchen” ab. Auch die in der brandenburgischen Provinz spielende, mit Laienschauspielern gedrehte Liebesgeschichte „Sehnsucht” von Valeska Grisebach spaltete das Publikum, bekam aber bei der Premiere einige Bravo-Rufe. Mit Spannung wird an diesem Freitag noch Hans-Christian Schmids sehr geradlinig erzählter Film „Requiem” über eine Teufelsaustreibung in den 70er Jahren in Süddeutschland erwartet. 19 Filme konkurrieren im dieses Mal eher durchschnittlichen Wettbewerb. Nach vielen tragischen Beziehungsgeschichten konnte das Publikum bei Robert Altmans ironisch-melancholischem Film „A Prairie Home Companion” über die gleichnamige amerikanische Radioshow endlich lachen. Der US-Regiestar versammelte Stars wie Meryl Streep und Woody Harrelson, die unter dem Jubel der Fans über den roten Teppich zum Berlinale-Palast am Potsdamer Platz schritten. Darstellerpreise hätten sicherlich Oscar-Anwärter Heath Ledger und die australische Schauspielerin Abbie Cornish verdient. In „Candy” von Neil Armfield spielen sie ein lebenshungriges, drogenabhängiges Paar. Beeindruckend war auch die Darstellung von Mirjana Karanovic in dem bosnischen Film „Grbavica” über das Leid der im Balkankrieg vergewaltigten Frauen. Erneut gelang es Festivalchef Dieter Kosslick, zahlreiche Stars nach Berlin zu holen. Am meisten entzückte die Fans dabei der samtäugige Hollywoodschauspieler George Clooney. Die Berlinale-Gala „Cinema for Peace” musste dagegen die Absage von Richard Gere verkraften, der im New Yorker Schneegestöber festsaß. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/02/16/magazin/kino/t/rzo221767.html |
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