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Archiviert am
Donnerstag, 16. Februar 06 |
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Positive Aufnahme für Roehlers „Elementarteilchen” Berlin - Oskar Roehlers Film „Elementarteilchen” ist am Samstag als erster deutscher Beitrag im Berlinale-Wettbewerb mit Applaus und freundlicher Zustimmung aufgenommen worden.
In einer ersten Aufführung vor Kritikern aus aller Welt wurde über die tragikomische Geschichte viel gelacht, aber auch das ein oder andere Mal ins Taschentuch geschneuzt. Roehler hat mit einer ganzen Riege deutscher Schauspielstars den gleichnamigen Skandalroman des Franzosen Michel Houellebecqs verfilmt. Das ungleiche Brüderpaar - ein sexsüchtiger Lehrer und ein verkopfter Wissenschaftler - wird von Moritz Bleibtreu und Christian Ulmen verkörpert. Ihre Freundinnen spielen Franka Potente und Martina Gedeck.
Die beiden Hauptfiguren sind jede auf ihre eigene Weise auf der verzweifelten Suche nach Liebe. Ihre pessimistische Sicht auf die Welt und ihr Leiden an ihrem Dasein wird nur durch die ironische Distanz erträglich. Als dann beide Männer endlich ihre vermeintlich große Liebe finden, schlägt das Schicksal erneut zu: beide Freundinnen erkranken schwer. Der Film entfernt sich relativ weit von der Roman-Vorlage. Es sei nicht darum gegangen, den Roman „Seite um Seite zu verfilmen”, sagte Produzent Bernd Eichinger. „Gesellschaftskritik kann man nicht verfilmen, man kann nur Melodramen verfilmen.” Es sei dem Filmteam wichtig gewesen, den Gesamteindruck auf die Leinwand zu bringen. Der Film geht anders als der Roman am Ende versöhnlich mit den Figuren um. Zumindest einer der Brüder hat die Liebe gefunden. „Das völlig fatalistische Resumée des Buches konnte so nicht übernommen werden”, sagte Regisseur Roehler. „Wir wollten Houellebcqs Moral nicht übernehmen. Das brachten wir einfach nicht über's Herz”, meinte Roehler, der sich selbst allerdings auch als Pessimisten bezeichnete. Auch das Pornographische des Buches sei so im Film natürlich nicht möglich gewesen. Aber: „Houellebcq gibt uns einen Schlüssel zum Verständnis der Gesellschaft in die Hand, den ich brillant finde”, so Roehler. Die Arbeit am Drehbuch habe rund zweieinhalb Jahre gedauert, sagte Roehler. „Wir haben es uns nicht einfach gemacht”, ergänzte Eichinger. Zu Houellebcq selbst hatten die Filmemacher nicht viel Kontakt, nur Roehler hat den Schriftsteller einmal getroffen. Houellebecq hat den Film auch noch nicht gesehen. Selbst der Verlag des Autors wisse nicht, wo sich Houellebcq zurzeit aufhalte, sagte Roehler. Im Berlinale-Wettbewerb konkurrieren bis zum 19. Februar 19 Filme um den Goldenen Bären. Vier Beiträge kommen aus Deutschland. Neben „Elementarteilchen” gehen „Reqiuem” von Hans-Christian Schmid, „Sehnsucht” von Valeska Grisebach und „Der freie Wille” von Matthias Glasner an den Start. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/02/16/magazin/kino/t/rzo220438.html |
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