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Freitag, 04. März 05

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Schiff rammt Brücke über Großen Belt

Kopenhagen - Nach menschlichem Versagen an Land und auf See hat ein Containerschiff die Brückenverbindung über den Großen Belt in Dänemark frontal gerammt.

Brücke über Großen Belt

Die Brücke über Großen Belt verbindet die dänischen Inseln Seeland und Fünen.

Wie die Rettungszentrale in Århus am Freitag mitteilte, wurde der kroatische Steuermann des 88 Meter langen und 3120 Bruttoregistertonnen (BRT) großen Containerschiffs „Karen Danielsen” zwölf Stunden nach dem Unglück tot im Frachtraum gefunden. Er war beim Aufprall der Kommandobrücke auf die Fahrbahn der nur 18 Meter hohen Westbrücke in den Frachtraum geschleudert worden und hatte zunächst als vermisst gegolten. Die Kommandobrücke des Schiffes wurde komplett abgerissen.

Die 20 Kilometer lange Querung des Großen Belt mit zwei Brücken und einem Tunnel verbindet Kopenhagen und die Insel Seeland mit der Nachbarinsel Fünen. Die „Karen Danielsen” war am Donnerstagabend auf dem Weg von Svendborg nach Finnland und hätte dafür eigentlich einen Kurs von der Brücke weg in Richtung Südosten nehmen müssen. Stattdessen fuhr der 1985 in Hamburg gebaute und auf den Bahamas registrierte Frachter aber in Richtung Norden auf die für Schiffspassagen viel zu niedrige und deshalb gesperrte Westbrücke zu.

Der kurz zuvor von Bord gegangene Lotse Søren Munk sagte im Rundfunk: „Der Steuermann muss akut krank geworden oder eingeschlafen sein.” Entgegen den Vorschriften war er allein auf der Brücke.

Die Rettungszentrale in Århus räumte ein, dass die zur Verhinderung von Irrfahrten mit einem speziellen Radarsystem ausgerüstete Kontrollstation in Korsør versagt habe. Die mit drei Mann besetzte Station hätte bei Befolgung der Vorschriften zehn Minuten Zeit gehabt, die „Karen Danielsen” vor dem auf den Radarschirmen zu erkennenden Kurs zu warnen. „Es hat leider bis zum Unglück keinen Funkkontakt gegeben”, sagte ein Sprecher der Rettungszentrale.

Der Kapitän erlitt schwere Verletzungen. Drei weitere Mitglieder der kroatischen Besatzung wurden leicht verletzt. Durch den Aufprall wurde in die Fahrbahn der 1998 eingeweihten Brücke ein fünf Meter breites Loch geschlagen. Die Stabilität wurde nicht beeinträchtigt.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/03/04/news/t/rzo132601.html
Freitag, 04. März 2005, 15:07 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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