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Buch-Tipp: Marek van der Jagt - "Amour fou"

Auf der Suche nach dem Glück

Marek van der Jagt hat eine Obsession und ein Problem. Seine Obsession ist die "Amour fou", nach der der 15-Jährige, der als Sohn einer männerverschlingenden Mutter in Wien aufwächst, giert, die zu finden aber nicht einfach ist.

Denn da ist schließlich noch sein Problem: Sein Mannesstolz ist von bestürzender Kleinheit - was ihm allerdings erst klar wird, als er edchen gegenübersteht und dieses ihn erschüttert fragt, ob er krank sei.

Ein Junge, der Dichter werden wollte

Von da an steigert sich der Junge, der Dichter werden wollte, in den Gedanken hinein, er sei wahlweise behindert oder ein "heimlicher Zwerg". Er verfasst das Werk "Der Zwerg und andere Gedichte", übt sich im Entengang, um sich auch mit seinem restlichen Körper der Größe eines Zwergs anzunähern, und sucht immer desillusionierter weiter nach der "Amour fou", hat der Erzähler schließlich nach zahlreichen weiteren Komplikationen seine Mut verloren.

Tragikomisch, scharfsichtig, lächerlich und rührend

Marek van der Jagts scheinbar autobiografische Geschichte, die im vergangenen Jahr für Aufruhr im niederländischen Literaturbetrieb sorgte, ist tragikomisch, scharfsichtig, lächerlich und rührend. Man leidet mit dem Jungen mit und geht doch immer wieder auf Distanz zu den exzentrischen Figuren, von denen keine einzige "normal" zu sein scheint. Die Geschichte situationen, die sie, wie der Verlag richtig anpreist, nicht weniger komisch als David Sedaris' Erfolg "Nackt" machen.

Mirjam Mohr, AP


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Zuletzt geändert am 5. April 2002 12:12 von tea

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