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Bremer Forscher vermuten Ursprung des Lebens im All
Startschuss für das EU-Projekt "Galileo"
Grafik: So funktioniert das Navigationssystem "Galileo"
Stichwort: Satelliten-Navigationssystem "Galileo"

Bremer Forscher vermuten:

Ursprung des Lebens im All

Bremen - Die ersten Lebensbausteine sind nach Ansicht von Bremer Wissenschaftlern möglicherweise mit Kometen aus dem All auf die Erde gekommen. Bei Laborversuchen zur Kometenentstehung haben die Forscher zusammen mit einem internationalen Team überraschend Aminosäuren nachgewiesen. Die Experimente sind in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlicht.

Bei dem Experiment simulierten Forscher aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden das chemische Geschehen in jener gigantischen Staubwolke, aus der vor 4,6 Milliarden Jahren das Sonnensystem hervorging. In einer Vakuum-Apparatur bedampften sie einen extrem gekühlten Aluminium-Block mit einfachen chemischen Verbindungen wie Wasser, Kohlendioxid, Ammoniak sowie Methanol und bestrahlten die Verbindungen mit ultraviolettem Licht.

Überraschung: 16 Aminosäuren

Was nach Auskunft des Bremer Chemikers Uwe Meierhenrich als Testmaterial für die europäische Kometensonde "Rosetta" gedacht war, entpuppte sich als Überraschung. Beim Erwärmen der auf dem Aluminium- Block gebildeten Eisschichten entdeckten die Forscher 16 verschiedene Aminosäuren, von denen einige auch beim Menschen vorkommen. In Deutschland war neben der Universität Bremen auch das Max-Planck- Institut für Aeronomie in Katlenburg-Lindau beteiligt. Parallel zu dem europäischen Versuch kam eine Forschergruppe der US- Raumfahrtbehörde NASA zu ähnlichen Ergebnissen, entdeckte aber nur 3 Aminosäuren.

Bislang wurden Aminosäuren zwar schon in Meteoriten gefunden, die auf die Erde aufgetroffen waren. Man glaubte jedoch, sie seien erst beim Flug durch die Erdatmosphäre entstanden, sagte der Bremer Professor Wolfram Thiemann. "Seit 50 Jahren ging man davon aus, dass es diese Aminosäuren nur auf der Erde geben könnte. Jetzt zeigt sich, dass sie überall im All sein können", erläuterte Meierhenrich. Damit liege ein Zusammenhang zwischen den chemischen Prozessen im Weltraum und dem Entstehen von irdischen Leben auf der Hand.

"Rosetta" startet zum Kometen "Wirtanen"

Die Suche nach der Herkunft des Lebens soll laut Meierhenrich sowohl auf der Erde als auch im Weltall fortgesetzt werden. "Rosetta" startet im Jahr 2003 zu dem Kometen "Wirtanen", den sie 2011 erreichen soll. Von dem Absetzen einer Landesonde auf dem Kometen versprechen sich die Wissenschaftler weitere Hinweise auf die Zusammensetzung des interstellaren Staubes, der möglicherweise das Leben auf die Erde brachte.

Amerikanische Wissenschaftler hatten bereits Zuckermoleküle und Aminosäuren in einem Meteoriten entdeckt. Michael Engel von der Universität von Oklahoma hatte 1997 im Murchison-Meteoriten so genannte L-Aminosäuren gefunden, aus denen alle Lebewesen aufgebaut sind.

dpa


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Zuletzt geändert am 27. Maerz 2002 15:56 von aj

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