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FBI ermittelt gegen Internet-Hacker

Betroffene Firmen arbeiten fieberhaft an Schutzmechanismen

Washington - Nach dem bislang größten Hacker-Angriff auf die Websites namhafter US-Internet-Anbieter hat die US-Bundespolizei FBI eine großangelegte Suche nach den Tätern aufgenommen. "Der Grund für den virtuellen Angriff ist uns unbekannt", sagte US-Justizministerin Janet Reno bei einer gemeinsam mit FBI-Beamten abgehaltenen Pressekonferenz in Washington.

Das FBI werde alle zur Verfügung stehenden Mittel anwenden, um die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen. Die Regierung wolle dafür sorgen, dass der Handel per Internet sicher stattfinden könne, betonte Reno. Die betroffenen Internet-Firmen arbeiteten derweil fieberhaft an der Suche nach möglichen Schwachstellen ihrer Computersysteme. Die meisten Internet-Firmen gaben wegen der jüngsten Vorfälle an der Börse nach.

Neue Art von Kriminalität

Das FBI wolle im Zuge der Ermittlungen mit den von den Angriffen betroffenen Firmen Yahoo!, Amazon.com, eBay und Buy.com zusammenarbeiten, sagte die Ministerin. Die Sites der Anbieter waren von den Hackern am Montag und Dienstag zum Teil stundenlang lahm gelegt worden, indem sie die Server mit einem regelrechten Bombardement von E-Mails und Anfragen verstopften. Der US-Fernsehsender CNBC berichtete am Mittwoch, auch der Online-Börsenhändler E-Trade sei Opfer der Angriffe geworden.

"Technologie hat nicht nur die Art und Weise verändert, wie Menschen Geschäfte machen - es hat auch die Art und Weise verändert, wie Kriminelle an die Arbeit gehen", sagte Reno. "Wir sind verpflichtet, Schritte zu unternehmen, damit E-Commerce sicher bleibt." Sie rief die Branche auf, verstärkt nach Schutzmechanismen gegen Hacker-Angriffe zu suchen.

"Ein Risiko für jeden im Web"

"Weil das Internet eine offen zugänglicher Bereich ist, gibt es ein Risiko für jeden im Web", sagte Yahoo!-Sprecherin Shannon Stubo. Kevin Pursglobe von eBay betonte, das Online-Auktionshaus werde nun mit anderen Unternehmen der Branche nach Möglichkeiten suchen, um solche Angriffe abzuwehren. Bislang erwiesen sich die verwendeten Schutzmechanismen meist als nicht ausreichend. Nach einer Studie aus dem vergangenen Jahr verwenden neun von zehn Unternehmen, die im Internet tätig sind, Programme gegen Computer-Viren und Zugangskontrollen wie so genannte Firewalls. Dennoch berichteten knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen, dass es Hackern gelungen sei, in ihre Systeme einzudringen.

Die Technologie-Börse Nasdaq fiel am Mittwoch um 1,45 Prozent auf 4. 363,24 Punkte. Dabei verloren vor allem die Werte der von den Cyber-Attacken betroffenen Unternehmen Yahoo!, Amazon.com, eBay und E-Trade.

AFP - Bild: FBI

Geändert am 10. Februar 2000 15:47 von aj
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