Land Berlin erhält Nachlaß des großen Mimen10.000 Erinnerungen an Heinz Rühmann
Berlin (dpa) - Knapp 10.000 Erinnerungsstücke an den Schauspieler Heinz Rühmann hat dessen Witwe Hertha am Freitag dem Land Berlin übergeben.Im Nachlaß des vor drei Jahren im Alter von 92 Jahren gestorbenen Publikumslieblings befindet sich unter anderem der Frack, den er vermutlich in seinem unvergessenen Film "Die Feuerzangenbowle" (1944) getragen hat. Daneben zahllose Fotos, Drehbücher, Theaterskripte und Briefe. "Ich freue mich sehr, daß diese Sammlung nach Berlin kommt, weil sie hier gut aufgehoben ist, gepflegt wird und auch Interessierten zugänglich ist", sagte Hertha Rühmann. "In meinen Schubladen hätte niemand etwas davon. Berlin ist die Stadt, in der Heinz Rühmann lange gelebt hat und die mit seiner Karriere viel zu tun hat." Der kleine Mann von nebenanDie Sammlung soll im Jahr 2000 in das Filmmuseum am Potsdamer Platz einziehen. Ausgewählte Stücke des Nachlasses sind noch bis zum 29. August im Berliner Rathaus zu sehen. Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) sagte, Heinz Rühmann sei nach wie vor unvergessen."Im Unterschied zu den zahllosen Komikern der früheren und auch der heutigen Zeit war Heinz Rühmann ein wirklicher Komödiant, der die leisen Töne liebte und gerade deshalb geliebt wurde." Niemand habe so wie Rühmann den kleinen, gewitzten Mann, den schwachen und doch mutigen Rebellen verkörpert, sagte Diepgen.
Fotos, Kostüme und andere Devotionalien
Rühmann-Fans können in Berlin künftig auch die Uniform des Schauspielers aus dem Film "Der Kapitän" (1971) bewundern. Ein Clownskostüm erinnert an Rühmanns Auftritt in "Wenn der Vater mit dem Sohne" (1955). Außerdem ist die Taxifahrermütze zu sehen, die Rühmann 1993 in seinem letzten Film, Wim Wenders "In weiter Ferne, so nah", trug. Original-Logbücher des Hobbyfliegers Rühmann werden ebenfalls Bestandteil der Ausstellung sein. Allein 2.300 Fotos zeugen von der Beliebtheit des Filmstars, darunter viele Privataufnahmen des dreimal verheirateten Schauspielers. Briefe dokumentieren Rühmanns Freundschaft zu dem Dramatiker Carl Zuckmayer, dem Schriftsteller Max Frisch und dem Regisseur Fritz Kortner. Das Land Berlin erwarb die Erinnerungsstücke mit Mitteln der Klassenlotterie zu einem nicht genannten Preis. Der Berliner Filmproduzent Artur Brauner sowie die Studiotour Babelsberg und die Transit-Film München unterstützten den Ankauf. Fotos: dpa
Letzte Änderung: 24.08.1997 00:02 von ar |