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Neues "Neanderthal-Museum"

Moderne Technik soll Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft darstellen

Düsseldorf/Mettmann (dpa) - Ein der Geschichte der Menschheitsentwicklung gewidmetes "Neanderthal-Museum" haben Bundespräsident Roman Herzog und Nordhrein-Westfalens Ministerpräsident Johannes Rau (SPD) am Donnerstag bei Düsseldorf eröffnet. Unweit der historischen Fundstelle, an der vor 140 Jahren erstmals die Überreste eines Neandertalers entdeckt wurden, will das mit modernster Technik ausgestattete Haus die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der menschlichen Art darstellen.

Kenntnisse über die Wurzeln des Menschen könnten bei der Erkenntnis der Grenzen helfen, die heute zur menschlichen Gestaltung der Zukunft nötig seien, sagte Rau bei der Eröffnung. "Woher wir kommen, läßt uns vielleicht schärfer sehen, wohin wir gehen". Bundespräsident Herzog, selbst Buchautor zur älteren Geschichte, bestaunte beim Museumsrundgang den in einer Glasvitrine ausgestellten prominentesten "Eröffungsgast": Die 1856 entdeckten Skelettreste des Neandertalers, die sonst in einem Tresor lagern, wurden erstmals vom Landesmuseum Bonn für zwei Monate ausgeliehen.

Auskunft auf Knopfdruck

Der geschichtliche Brückenschlag des Museums reicht vom gut eine Million Jahre alten Faustkeil eines Frühmenschen über die Welt des Neandertalers, der vor etwa 150 000 bis 30 000 Jahren lebte, bis zum heutigen PC. Auf Knopfdruck gibt es Auskünfte über Werkstoffe und Industrien künftiger Mikro- und Biotechnik.

Schädel nach Methoden der Gerichtsmedizin rekonstruiert

Nahezu lebensecht wirkende Figuren früherer Menschenarten, nach modernsten Methoden der Gerichtsmedizin aus Schädelfunden rekonstruiert, stehen zwischen Modellen, Bildschirmen und Schautafeln. Der Rundgang, der sich in dem vom österreichischen Avantgarde-Architekten Günter Zamp Kelp entworfenen Haus über eine Rampe stetig nach oben schraubt, verknüpft die biologische und kulturelle Entwicklungsgeschichte des Menschen.

Das vom Kreis Mettmann getragene, für rund 17,5 Millionen Mark von der Nordrhein-Westfalen-Stiftung und einem Energiekonzern (RWE AG) errichtete "Neanderthal Museum" ersetzt künftig ein in den 30er Jahren eröffnetes kleineres Museum im Neandertal.
Foto: AP


Last edited: aj@rhein-zeitung.de 12.06.1998 06:37