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Forscher weisen Ur-Adam nach

London (dpa) - Neue Gen-Analysen bestätigen die Existenz eines "Ur-Adams", von dem die heutige Menschheit abstammt. Amerikanische und britische Forscher fanden bei Untersuchungen männlicher Chromosomen heraus, daß alle Menschen sehr nah verwandt sind und sich vermutlich nur von einem Zentrum aus entwickelt haben.

Der Vater aller Menschen soll demnach vor etwa 188.000 Jahren in Afrika gelebt haben. Darüber berichten die Forscher in der britischen Wissenschaftszeitschrift "Nature" vom Donnerstag (Nr. 6555, S. 376). Frühere Gen-Analysen hatten bereits auf die Existenz einer "Ur-Eva" hingedeutet.

Michael F. Hammer vom Labor für Molekulare Systeme und Evolution der Universität von Arizona in Tucson (USA) hatte die Ähnlichkeiten eines 2600 Einheiten langen Stücks auf dem Y-Chromosom von 16 Männern aus der ganzen Welt und vier Schimpansen verglichen. Dabei zeigten sich erstaunlich geringe Unterschiede. Seine Berechnungen deuten auf einen "Ur-Adam" vor nur etwa 188.000 Jahren hin.

Einen noch späteren Zeitpunkt berechnete Peter Goodfellow von der Universität Cambridge (Großbritannien) in der gleichen Ausgabe von "Nature". Nach der Untersuchung eines 100.000 Einheiten langen gemeinsamen Stücks Erbgut kommt er auf nur 37.000 bis 49.000 Jahren.

Bereits seit längerem wird versucht, aus der Ähnlichkeit von Gen-Abschnitten die Entwicklung und Verbreitung des Menschen zu rekonstruieren. Da sie bei der Vererbung nicht gemischt werden, bieten sich dafür Erbanlagen an, die nur von einem Partner weitergegeben werden, wie das Y-Chromosom des Mannes. Aus den getrennten Erbanlagen der Zellbestandteile der Mitochondrien, die nur über die weibliche Linie weitergegeben werden, war bereits auf eine gemeinsame Vorfahrin vor etwa 200.000 Jahren geschlossen worden.


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