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Sonne, Strand und mehr . . .

100 Jahre Reiseparadies Miami

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Miami - Weiße Strände, tiefblaues Meer und pastellfarbene Gebäude: Miami im US-Staat Florida ist der Traum vieler Reisender. Da schrecken auch nicht die Nachrichten von Raubüberfällen auf Touristen oder der zeitweise recht starke Andrang Erholungssuchender aus aller Welt. Immerhin machten im vergangenen Jahr nach Angaben des Fremdenverkehrsbüros von Miami in Frankfurt 11,5 Millionen Gäste aus aller Welt Urlaub in der Sonnenmetropole. Davon kamen 350 000 aus Deutschland. In diesem Jahr wird eine Steigerung von rund zehn Prozent erwartet, und Miami feiert ein besonderes Jubiläum: Die Stadt wird 100 Jahre alt.

"Mit seinem wunderbaren Klima, der Landschaftsvielfalt, den schönen Menschen und dem internationalen Ambiente ist Miami wie geschaffen dafür, Bilder zu machen", sagt Jeff Peel, Direktor des Miami Film and TV-Office. Das sah vor 99 Jahren noch ganz anders aus, denn wo heute imposante Wolkenkratzer und schicke Hotels stehen, waren damals noch subtropischer Regenwald und von Mücken verseuchte Sümpfe.

Die ersten Siedler der Region waren vor 10 000 Jahren die Tequesta-Indianer. Im 16. Jahrhundert beanspruchten die Spanier Florida für sich, wurden aber 1821 von den noch jungen Vereinigten Staaten vertrieben. Damals kamen auch wagemutige Bergungsarbeiter von den Bahamas ins Land, auf der Jagd nach Schiffswracks. Sie gründeten die älteste Gemeinde der Stadt: Coconut Grove. Zu ihnen gesellten sich die Seminolen-Indianer, geflüchtete Sklaven und amerikanische Soldaten, die in einem Fort am Miami River stationiert waren.

Kluge Witwe aus Cleveland
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Den Aufstieg zur Weltmetropole verdankt Miami einer klugen Witwe aus Cleveland, Ohio. Julia Tuttle erwarb 1891 am Nordufer des Miami River 600 Hektar Land. Sie überzeugte den Mitbegründer der Standard Oil, Henry Flagler, seine Bahnlinie weiter bis nach Miami zu führen, dort ein luxuriöses Hotel zu bauen und eine neue Stadt zu gründen. Mit Erfolg: Die Eisenbahn kam 1896 und noch im selben Jahr wurde die City of Miami gegründet.

Während Henry Flaglers Züge immer mehr Menschen nach Südflorida brachten, kreuzten seine Dampfschiffe zwischen Miami, Nassau, Key West und Havanna. Damit wurde der Grundstein für eine Industrie gelegt, die Miami zur "Kreuzfahrthauptstadt der Welt" gemacht hat. Wer heute den "Port of Miami" - den Hafen der Stadt - besucht, kann imposante Kreuzfahrtschiffe beim Ein- und Auslaufen beobachten. Die modernen Zeiten des Flugverkehrs begannen für Miami während der Depressionszeit, als Pan American Airways mit ihren "Flying Clippers" die Stadt in ihren Flugplan aufnahmen. Heute werden auf dem Miami International Airport mehr Passagiere abgefertigt als auf dem New Yorker John F. Kennedy Flughafen.

Schmelztiegel verschiedener Kulturen

Wie alle amerikanischen Metropolen ist auch Miami ein Schmelztiegel verschiedener Nationalitäten, Kulturen und Religionen. Keine ethnische Gruppe prägt jedoch das Gesicht des modernen Miami so sehr wie die - oft wohlhabenden - Exilkubaner, die nach Fidel Castros Revolution von 1959 ihr Land verließen und in Miami eine neue Heimat gefunden haben. Es ist diese Kombination von "globalem Marktplatz" und der Vielfalt an Naturschönheiten, die Miami nach Ansicht von Tourismus-Experten so einmalig macht. Hier liegt eine der schönsten Strandregionen - in Miami Beach - gleich neben einem der lebendigsten Stadtzentren der Welt.

Um ihre Sicherheit brauchen sich ausländische Touristen in Miami nach Einschätzung von Dieter Jacobs von der Fremdenverkehrsvertretung der Stadt nicht zu sorgen: "Miami hat mit verstärkter Polizeipräsenz, einer verbesserten Straßen-Ausschilderung und vielen weiteren Sicherheitsmaßnahmen effektiv auf die Touristen-Morde der vergangenen Jahre reagiert." Wer sich an die Spielregeln halte und bestimmte Viertel meide, könne alle Vorzüge Floridas ungestört genießen.

Kaffeetrinken, Tauchen, Tanzen

Neben Sonne, Wasser und den Stränden gibt es eine ganze Reihe weiterer Attraktionen zu entdecken: etwa den Art Deco District in South Beach, die Alligatoren in den Everglades und die Delphine im Miami Seaquarium. Man kann den Tag mit einem starken kubanischen Kaffee beginnen, dann tauchen gehen und abends Salsa tanzen - oder einfach auf einer Sandbank liegen. Vielleicht kommen dann Filmstars wie Robert Redford, Michelle Pfeiffer oder Demi Moore vorbei, die alle gerade in Miami gedreht haben. Die Region ist heute der drittgrößte Schauplatz für Film- und Fernsehproduktionen in den USA.

Infos:

Fremdenverkehrsamt Miami, c/o ESTM, Pfingstweidstraße 4
60316 Frankfurt
Tel.: 069/43 82 22, Fax 069/43 83 88

"Die beste Reisezeit für Florida ist zwischen Oktober und Mai, dann ist die Luftfeuchtigkeit nicht so hoch", empfiehlt Jacobs. Wer im Oktober kommt, kann am 12. und 13. die "Columbus Day Regatta", erleben. Sie ist das größte Wassersport-Ereignis des "Sunshine State" und wird jährlich in Erinnerung an die Entdeckungsfahrt von Christopher Kolumbus vor mehr als 500 Jahren abgehalten.

Im November steht dann das "International Festival Of Fine Arts" auf dem Kalender, ein Straßenfest mit einheimischer Kunst, Musik und Tanz. Und wer das Jahresende einmal ganz anders begehen möchte, kann vom 26. Dezember bis zum 01. Januar das "Annual Indian Arts Festival" besuchen. Dann kommen indianische Künstler aus den ganzen USA für eine Woche in das Miccosukee Indianerdorf in den Everglades. Dort wird in traditionellen Kostümen getanzt, in Luftkissenbooten gefahren und indianisch gegessen.

Von Stefanie Dorn
Last edited: tea 03.12.2004 16:07