Eine Nacht bei Mc Cools
Leichen pflastern Liv Tylers Weg
Sirene mit krimineller Energie zerstört die Existenz diverser Männer. So kurz lässt sich die Geschichte von "Eine Nacht bei McCool's" erzählen. Länger bräuchte es, genau die Verwicklungen zu erklären, die zwischen der attraktiven Jewel, einem Barkeeper, einem verwitweten Polizisten und einem erfolgreichen Anwalt entstehen.
Die schwarze Komödie "Eine Nacht bei McCool's" spielt ein bekanntes Thema mit Starbesetzung durch, glatt inszeniert von Harald Zwart nach dem Drehbuch von Stan Seidel. Neben den Hauptdarstellern Liv Tyler und Matt Dillon ist der Produzent Michael Douglas in einer Nebenrolle zu sehen.
Ein Vamp zwischen drei Männern
Jewel (Tyler) träumt von einem eigenen Haus mit vielen schönen Dingen, die sie aus Katalogen ausgeschnitten hat: Auto und Garage, Stereoanlage, Riesenfernseher, ein teures Bett mit viel rosa Plüsch und noch unendlich viel mehr. Mit ihrem Komplizen Utah zusammen raubt sie Männer aus. Utah spielt den hässlichen Rocker, der Jewel vergewaltigen will, und der jeweilige "Retter" nimmt sie mit zu sich nach Hause, wo die Schöne seine Wertgegenstände ausspionieren kann. Im McCool's gerät sie an Randy (Dillon), und diesmal geht der Raubzug anders aus. Jewel erschießt Utah, zieht bei Randy ein, und schon bald lässt der sich überreden, mit Einbrüchen Jewels Bedarf an Luxus zu decken.
Randys Cousin, der Anwalt Carl (Paul Reiser), und John Goodman als leichtgläubiger Detective Dehling kommen als Rivalen ins Spiel, die von Jewel genauso leicht um den Finger gewickelt werden. Der Film erzählt die Begegnungen mit dem Vamp jeweils aus der Perspektive dieser drei Männer, die unterschiedlichen Personen "beichten": Carl legt sich bei einer Psychiaterin auf die Couch, Dehling besucht einen Pfarrer und Randy engagiert einen Auftragskiller (Michael Douglas).
Routiniert erzählt, witzig aufgelöst, nicht besonders originell
"Eine Nacht bei McCool's" ist routiniert erzählt, durch die unterschiedlichen Perspektiven witzig aufgelöst, aber nicht besonders originell. In Dehlings Augen ist Jewel die unschuldige Inkarnation seiner verstorbenen Frau, für Carl die abgebrühte Domina. Dass sie aus Randys Sicht nicht so stark in Zeitlupen, Gegenlicht oder Weichzeichner dargestellt wird, verbildlicht überdeutlich, dass nur er Jewel (halbwegs) realistisch sieht. Und das empfiehlt den hübschen Unglücksraben dann als Sympathieträger inmitten der zwiespältigen Figuren des Films.
Jewel ist als "Mythos Frau" inszeniert, als Hexe, Hure und Heilige in den Augen der Männer. Die Komik des Films entsteht teilweise daraus, dass sich die verschiedenen Versionen der gleichen Szene widersprechen. Der Verdacht bleibt aber hängen, dass hier die Klischees doch eher bedient als ironisiert werden. Die Beichtväter und -mütter gönnen den dummen Sündern ihr Glück, und für das interessierte Publikum gibt es Liv Tyler im nassen Minikleid beim Autowaschen.










