Der kleine Eisbär
Hans de Beers arktisches Animations-Abenteuer
Spitze Eisberge ragen aus den bläulich schimmernden Seen der fantastischen Polarlandschaft. Übermütig schnappt ein kleiner Eisbär nach einer Robbe, die sich direkt vor seinen Augen in einem Eisloch tummelt. Plötzlich landet das unerfahrene Jungtier selbst im Wasser und droht, jämmerlich zu ertrinken.
Als die Robbe ihm das Leben rettet und sein bester Freund wird, beäugen die anderen Eisbären argwöhnisch das ungleiche Duo. In dem originellen Animations-Abenteuer "Der kleine Eisbär" schicken der Berliner Autor, Regisseur und Produzent Thilo Graf Rothkirch und sein belgischer Co-Regisseur Piet De Rycker ("Tobias Totz und sein Löwe") einen tapsigen, kleinen Polarbären auf eine turbulente Odyssee, die von der verschneiten Welt am Nordpol bis in die Südsee führt.
Fast nur tierische Nebenfiguren
Die Vorlage zu "Der kleine Eisbär" lieferte der holländische Illustrator Hans de Beer mit seinen gleichnamigen Kinderbüchern, die bislang in 27 Sprachen veröffentlicht wurden. Mit einer weltweiten Auflage von über zehn Millionen Exemplaren gehören die sechs Bücher der Reihe in Deutschland, Österreich und der Schweiz schon seit vielen Jahren zu den Bestsellern. In das Kinofilm-Drehbuch floss nur eines der bereits bekannten Eisbär-Abenteuer ein. "Der Rest der Geschichte ist völlig neu", sagt de Beer. "Ein Buch lässt sich nicht 1:1 auf das Medium Film übertragen", bekräftigt der Produzent, "denn ein Film benötigt ganz andere Elemente, um die gleiche Aussage wie im Buch wiederzugeben."
Im Skript für die Leinwand-Adaption von "Der kleine Eisbär" entwickelte Regisseur De Rycker gemeinsam mit den beiden Co-Autoren Bert Schrickel und Thomas Wittenburg dafür eine Reihe weiterer tierischer Nebenfiguren. "In meinen Büchern tauchen fast nie Menschen auf", betont de Beer. "Auch im Film wollten wir sie nicht als direkte Bedrohung für die Eisbären einsetzen." Die einzigen menschlichen Protagonisten sind daher Eskimos, die genau wie die Tiere mit Problemen wie Umweltverschmutzung und mangelnden Fischbeständen am Nordpol zu kämpfen haben.
Figuren wie von Hand gemalt
Mit der Herstellung der über 400.000 Zeichnungen und 1000 Hintergründe waren 2 Jahre lang mehr als 300 Zeichner und Techniker beschäftigt. Damit verschlang die Produktion, die bereits für Kinder im Vorschulalter konzipiert ist, 20 Millionen Mark (10,23 Millionen Euro).
Die besondere Herausforderung bestand darin, die Figuren des holländischen Illustrators wie von Hand gemalt aussehen zu lassen. Um das Design von de Beers Cartoon-Charakteren mit den gestrichelten Konturen im Film beizubehalten, wurden die handgezeichneten Illustrationen in den Computer eingescannt und mit Hilfe von 2D- und 3D-Programmen bearbeitet. "Jede Stufe wurde mit den Zeichnern, Regisseuren und Produzenten erörtert", erklärt de Beer. "Ich hatte dabei überraschend viel Kontrolle und Einfluss, denn auch die neuen Figuren entstanden in Team-Arbeit."
No Angels-Sängerin Vanessa Petruo spricht das Eskimo-Mädchen
Eine zentrale Rolle kam bei dieser Produktion ebenfalls den Synchron-Sprechern zu, die den komischen und kauzigen Figuren im Film ihre Stimme leihen. Neben dem Berliner Kindersprecher Mijail Verona als kleiner Eisbär wurden dafür markante Profi-Sprecher wie Dirk Bach als Pinguin, Wolfgang Völz als Walross oder Ingolf Lück als Eisbär- Vater engagiert.
"Es war nicht einfach für mich, eine Zeichentrickfilm-Figur zu sprechen, weil ich sehr viel mit der Stimme arbeiten musste", gesteht die No Angels-Sängerin Vanessa Petruo, die neben ihrem Part als Eskimo-Mädchen mit ihrer Band auch den Song "There Must Be An Angel" zum Soundtrack beisteuert. "Ich glaube der Film ist pädagogisch sehr wertvoll", resümiert die Popsängerin, "denn es geht darin um Toleranz zwischen allen Menschen und Tieren auf dieser Welt, aber auch um Teamgeist und Zusammenhalt." (Internet: Infos zum Film: http://www.derkleineeisbaer.de)
Birgit Heidsiek, dpa










